11SMnPb30/37: Technische Daten Stahl
Der 11SMnPb30/37 (1.0718 / 1.0737, auch AVP genannt) ist ein unlegierter, bleihaltiger Automatenstahl mit sehr hoher Zerspanbarkeit, geliefert warmgewalzt (+AR) oder kaltgezogen (+C): ideal für das Drehen und für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung von Kleinteilen und Maschinenbauteilen in Großserie.
01Stahl 11SMnPb30/37 (AVP): Einführung und allgemeine Eigenschaften
Stahl 11SMnPb30/37, im Handel AVP genannt (bleihaltiger Automatenstahl), ist ein unlegierter Automatenstahl mit hoher Zerspanbarkeit, ausgelegt für die spanende Bearbeitung mit hoher Schnittgeschwindigkeit. Geliefert wird er überwiegend warmgewalzt (+AR) oder kaltgezogen (+C) nach den europäischen Normen für Blankstahl; für den 11SMnPb37 lautet die einheitliche Bezeichnung W.Nr. 1.0737 (nach EN ISO 683-4:2018; EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018)).
Die Zerspanbarkeit des 11SMnPb30/37 beruht auf kontrollierten Gehalten an Schwefel und Blei: Sie fördern den Spanbruch und wirken im Schnitt schmierend, was Produktivität und Oberflächengüte der gedrehten und gefrästen Teile unmittelbar zugutekommt.
Nach der Familienzuordnung gehört der 11SMnPb30/37 zu den „free-cutting“-Stählen für die Bearbeitung auf Automaten, die nicht für eine strukturelle Wärmebehandlung bestimmt sind; wegen der hohen Gehalte an S, P und Pb wird vom Schweißen abgeraten.
Kaltgezogener Stabstahl und, auf Anfrage, Sonderausführungen mit Zusätzen von Tellur und/oder Bismut zur Maximierung der Zerspanbarkeit unterstützen schnelle Drehzyklen und die Fertigung von Präzisionskleinteilen für Maschinenbau und Automobilindustrie.
Zusammengefasst umfassen die wichtigsten Eigenschaften des 11SMnPb30/37 eine hohe Zerspanbarkeit, gute Maßhaltigkeit in den kaltgefertigten Ausführungen und eine bessere Oberflächengüte; dafür sind die Festigkeit in Querrichtung und die Schweißeignung geringer als bei konventionellen Kohlenstoffstählen, die keine Automatenstähle sind.
011 Unterschiede 11SMnPb30/37 gegenüber konventionellen Stählen
Der 11SMnPb30/37 unterscheidet sich von konventionellen Kohlenstoffstählen durch den gewollten Gehalt an Schwefel und Blei: Sie bilden Einschlüsse (MnS) und wirken als feinste Festschmierstoffe, erhöhen dadurch die Zerspanbarkeit und fördern den Spanbruch bei der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung.
Diese Auslegung auf Zerspanbarkeit bringt allerdings eine geringere Eignung für Schweißverfahren und für festigkeitssteigernde Wärmebehandlungen mit sich als bei Sorten, die keine Automatenstähle sind; in den einschlägigen technischen Datenblättern gilt der Werkstoff daher als „nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt“ und „nicht zum Schweißen empfohlen“.
In der Praxis erlaubt Stahl 11SMnPb30/37 höhere Schnittgeschwindigkeiten und Vorschübe, bei geringerem Werkzeugverschleiß und kürzeren Fertigungszyklen als Standardsorten - ein Vorteil, der beim CNC-Drehen von Serienbauteilen zum Tragen kommt.
Das typische ferritisch-perlitische Gefüge mit Sulfideinschlüssen, die in Verarbeitungsrichtung gestreckt sind, ergibt einen Spanbruch, der über dem Mittel der Baustähle ohne Automateneigenschaften liegt.
012 Vorteile des 11SMnPb30/37 für industrielle Anwendungen
Zu den wichtigsten Anwendungen des 11SMnPb30/37 ist festzuhalten, dass dieser Stahl ausschließlich für nichttragende Bauteile geeignet ist, die auf Automaten bearbeitet werden und bei denen die geforderte Festigkeit moderat ist und die Maßgenauigkeit im Vordergrund steht (Drehteile, Verschraubungen, Stifte, Nutmuttern). Von Vorteil sind das höhere Zeitspanvolumen, die bessere Spankontrolle und die bessere Oberflächengüte, dazu kürzere Taktzeiten und niedrigere Werkzeugkosten in der Massenfertigung.
In der Präzisionsmechanik und in der Automobilindustrie erreicht der Stahl eine hohe Maßhaltigkeit und einen stabilen Prozess auf Dreh- und Transferautomaten; das macht ihn besonders geeignet für mittlere bis große Losgrößen, in denen die Produktivität entscheidet.
Die Lieferung kaltgezogen (+C) nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) verbessert Maßhaltigkeit und Oberflächengüte des Halbzeugs, erleichtert enge Toleranzen und verringert Nacharbeit.
Varianten mit Mikrolegierungselementen (Te/Bi) können die Zerspanbarkeit für extreme Bearbeitungen weiter steigern und bleiben normativ der Familie der free-cutting-Automatenstähle zugeordnet, sofern sie bei der Bestellung vereinbart werden.
013 Normen und Bescheinigungen 11SMnPb30/37
Der 11SMnPb30/37 fällt unter die Anforderungen an Automatenstähle nach EN ISO 683-4:2018, die die EN 10087 (free-cutting steels) vollständig ersetzt. Für den kaltgezogenen Zustand gelten zusätzlich die Anforderungen an Maße und Lieferzustand von Blankstahl nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018).
Die technischen Datenblätter der Industrie belegen den etablierten Gebrauch von W.Nr. 1.0737 für den 11SMnPb37, mit Bezug auf Lieferungen in +AR (warmgewalzt) und +C (kaltgezogen), und weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Sorte nicht für strukturelle Wärmebehandlungen bestimmt ist.
Manche Quellen ordnen den Werkstoff zusätzlich den Familien der ISO 683 für die internationale Stahlklassifizierung zu, was Rückverfolgbarkeit und Abstimmung mit Qualitätssystemen und Lieferdokumenten erleichtert.
Üblich bleibt, im Angebot die Konformität mit den Produktnormen (EN ISO 683-4 / EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018)) und die Lieferbedingungen anzugeben, einschließlich etwaiger Zusätze für die Zerspanbarkeit (Te, Bi), wenn diese im Kaufvertrag festgelegt sind.
02Chemische Zusammensetzung des Stahls 11SMnPb30/37: Legierungselemente und normative Anforderungen
Die chemische Zusammensetzung des 11SMnPb30/37 ist auf höchste Zerspanbarkeit auf Automaten ausgelegt: Kontrollierte Gehalte an Schwefel und Blei fördern den Spanbruch und wirken im Schnitt als feinste Schmierstoffe. Maßgebend sind die Vorgaben zur Schmelzenanalyse der EN ISO 683-4:2018 und die Lieferbedingungen für Blankstahl der EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018).
Für den 11SMnPb37 (W.Nr. 1.0737) gelten als übliche Bereiche: C max. 0,14 %; Si max. 0,05 % (nicht absichtlich zugesetzt, innerhalb der festgelegten Grenzen; bei Vereinbarung mit der Bestellung kann Si 0,10-0,40 % vereinbart werden, wenn die Bildung besonderer Oxide sichergestellt ist); Mn 1,00-1,50 %; P max. 0,11 %; S 0,34-0,40 %; Pb 0,20-0,35 % (Schmelzenanalyse nach EN ISO 683-4:2018, von EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) für Blankstahl als Anforderung in Bezug genommen), soweit keine besonderen Liefervereinbarungen getroffen sind.
Die hohen Gehalte an S und Pb sind der Schlüssel zu den wichtigsten Eigenschaften des 11SMnPb30/37 - Zerspanbarkeit und Spanbruch. Sie bringen jedoch die fehlende Eignung für eine strukturelle Wärmebehandlung und die Empfehlung mit sich, nicht zu schweißen, und können die mechanischen Quereigenschaften verringern.
Als Lieferzustände sind vorgesehen: warmgewalztes Erzeugnis im unbehandelten Zustand (+AR) für die Familie EN ISO 683-4 und kaltgezogener Blankstahl (+C) nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) - mit normgerechter „Schmelzenanalyse“ und Rückverfolgbarkeit über W.Nr. 1.0737 für Stahl 11SMnPb30/37.
Auf Anfrage sind Varianten mit Mikrozusätzen (Te/Bi) verfügbar, die die Zerspanbarkeit des 11SMnPb30/37 weiter steigern; sie bleiben den „Automatenstählen, die nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt sind“ zugeordnet und werden in Angebot und Bestellung festgelegt.
Tabelle - Chemische Zusammensetzung (11SMnPb37, Schmelzenanalyse)
| Element | Massenanteil in % |
|---|---|
| C | ≤ 0,14 |
| Si (nicht absichtlich zugesetzt) | ≤ 0,05 |
| Mn | 1,00 - 1,50 |
| P | ≤ 0,11 |
| S | 0,34 - 0,40 |
| Pb | 0,20 - 0,35 |
Hinweise zu Normen und Lieferung: Analyse nach EN ISO 683-4:2018; Blankstahl nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018); historisch der EN 10087 für free-cutting-Automatenstähle zugeordnet, die heute vom neueren EN/ISO-Regelwerk für Klassifizierung und Erzeugnis ersetzt ist.
Bei der wichtigsten „Eigenschaft des 11SMnPb30/37“ - der Zerspanbarkeit - rechtfertigt das Zusammenwirken von Mangansulfiden und Blei hohe Schnittgeschwindigkeiten und geringen Werkzeugverschleiß in CNC-Serienanwendungen; das ist auch für die „Anwendungen des 11SMnPb30/37“ bei Drehteilen und Verschraubungen der entscheidende Punkt.
2.1Internationaler Werkstoffvergleich 11SMnPb30/37
Die Entsprechungen der Bezeichnungen für Stahl 11SMnPb30/37 sind in den technischen Datenblättern der Industrie und in den Normbezügen gefestigt: W.Nr. 1.0737 ist das eindeutige Kennzeichen, die Zuordnungen zwischen den verschiedenen nationalen Systemen gelten „mit informativem Charakter“.
Aus Sicht von Qualität und Einkauf empfiehlt sich, stets die Konformität mit den Produktnormen (EN ISO 683-4 für warmgewalzte Erzeugnisse und EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) für Blankstahl) und den Lieferzustand zu prüfen, dazu die Vorgaben zu Einschlüssen und zu Zusätzen für die Zerspanbarkeit des 11SMnPb30/37.
Die Entsprechungen ersetzen nicht die Anforderungen der Spezifikation: Toleranzen, metallurgischer Zustand und mechanische Anforderungen müssen mit den anwendbaren Normen und mit der Bestellzeichnung des Kunden übereinstimmen.
Tabelle - Werkstoffvergleich der Bezeichnungen
| Norm / System | Bezeichnung |
|---|---|
| EN (Bezeichnung) | 11SMnPb37 |
| W.Nr. | 1.0737 |
| DIN 1651 (zurückgezogen) | 9SMnPb36 |
| UNI 4838 | CF 9SMnPb 36 |
| AFNOR NF A 35-561 | S300Pb |
Wer diese Entsprechungen konsequent nutzt, findet Material in internationalen Lieferketten leichter; die Prüfung, ob die in der Spezifikation geforderten „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“ erfüllt sind, entfällt damit nicht - einschließlich etwaiger Te/Bi-Optionen für anspruchsvolle Zerspanprozesse.
03Mechanische Eigenschaften des Stahls 11SMnPb30/37: Kennwerte und Tragverhalten
Stahl 11SMnPb30/37 ist ein unlegierter Automatenstahl, ausgelegt auf hohe Zerspanbarkeit und einen reproduzierbaren Prozess auf Drehautomaten. Die mechanischen Eigenschaften ergeben sich vor allem aus dem Lieferzustand (+AR, +SH, +C) und aus dem Verfestigungsgrad des kaltgezogenen Erzeugnisses, nicht aus dem Vergüten oder aus festigkeitssteigernden Behandlungen, die für diese Sorte nicht empfohlen sind.
Anwendungstechnisch interessieren an den „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“ vor allem Festigkeit und Duktilität, die für nichttragende Drehteile ausreichen. Durch die MnS-Einschlüsse und das Blei ist die mechanische Anisotropie in Querrichtung stärker ausgeprägt - darauf ist bei Querbelastung und bei Schwingbeanspruchung zu achten.
Das maßgebende Regelwerk verweist für die Familie auf ISO 683-4 und für Blankstahl auf EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018); die mechanischen Werte geben die Hersteller in Abhängigkeit von Durchmesser und Zustand (+SH/+C) an. Unverändert gilt, dass der Stahl nicht zum Härten und Anlassen bestimmt ist und weder zum Schweißen noch für eine starke Umformung empfohlen wird.
Zusammengefasst sind die Eigenschaften des 11SMnPb30/37 auf die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung hin optimiert: übliche Festigkeiten, die für Kleinteile ausreichen, hohe Oberflächengüte, Spankontrolle und Maßhaltigkeit des kaltgezogenen Erzeugnisses. Dem stehen eine geringere Zähigkeit in Querrichtung und ein schlechteres Verhalten unter Schwingbeanspruchung gegenüber als bei Stählen, die keine Automatenstähle sind - vor allem dann, wenn Kontrollen der Oberflächengüte und eine günstige Gestaltung fehlen.
3.1Mechanische Eigenschaften des 11SMnPb30/37 im geglühten Zustand
Für Stahl 11SMnPb30/37 ist der „geglühte“ Zustand in der industriellen Lieferung nicht üblich: Der Werkstoff wird überwiegend unbehandelt (+AR/+SH) oder kaltgezogen (+C) eingesetzt, und die angestrebten Eigenschaften stellt die Kaltverfestigung ein, nicht das Glühen. So halten es die technischen Datenblätter der führenden Anbieter, und so ordnet die ISO 683-4 die Automatenstähle ein, die nicht für strukturelle Behandlungen bestimmt sind.
Wird weichgeglüht oder spannungsarmgeglüht, ist ein ferritisch-perlitisches Gefüge zu erwarten, mit geringerer Härte des 11SMnPb30/37 und geringerer Festigkeit als im kaltgezogenen Zustand; Ziel sind Maßbeständigkeit oder besondere Bearbeitungsanforderungen. Die Parameter sind in der Spezifikation zu vereinbaren, im Einklang mit EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) und dem Chargenzeugnis.
Die im geglühten Zustand zusicherbaren Eigenschaften sind in der Zeichnung und mit dem Abnahmeprüfzeugnis 3.1 zu dokumentieren, denn in den üblichen Lieferbedingungen für bleihaltige Automatenstähle bleibt die Sorte „nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt“: Vorrang hat die reproduzierbare Bearbeitung, nicht die metallurgische Festigkeitssteigerung.
Jede Änderung des metallurgischen Zustands gegenüber kaltgezogen oder geschält sollte im PPAP/FAI freigegeben werden, um Auswirkungen auf Toleranzen, Oberflächengüte und Spanbruch in den „Anwendungen des 11SMnPb30/37“ auf Automaten zu erkennen.
3.2Festigkeit des 11SMnPb30/37 im vergüteten Zustand
Das Vergüten (Härten und Anlassen) ist für Stahl 11SMnPb30/37 nicht vorgesehen: Die Sorte ist ausdrücklich den Automatenstählen zugeordnet, die „nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt“ sind, Vorrang hat die Zerspanbarkeit, und Sulfideinschlüsse und Blei beeinträchtigen Härtung, Kerbschlagzähigkeit und Werkstückintegrität bei starken Temperaturgradienten.
Versuche, massige Querschnitte zu härten, können Sprödigkeit und Fehler hervorrufen (Risse, Delaminationen), die die durch MnS bedingte Anisotropie verschärft. Deshalb verweisen die Hersteller auf nichttragende, nicht vergütete Einsatzfälle und stellen die Konformität mit ISO 683-4/EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) und die Vorgaben zur Oberflächengüte des kaltgezogenen Erzeugnisses in den Vordergrund.
Die „Festigkeit des 11SMnPb30/37“ im Betrieb ist daher als Funktion von Lieferzustand (+AR/+SH/+C) und Durchmesser zu sehen, wie die Kennwerttabellen der Lieferanten für Blankstahl sie ausweisen. Verbindlich sind die im Zeugnis für die Charge zugesicherten Werte; Eigenschaften aus dem Vergüten lassen sich nicht übertragen.
Wo echte Vergütungseigenschaften gefordert sind, empfiehlt sich die Wahl anderer Sorten (z. B. 36SMnPb14 oder Vergütungsstähle nach EN ISO 683-1/2), bei denen eine „Wärmebehandlung des 11SMnPb30/37“ nicht zur konstruktiven Notlösung wird - und der Automatenstahl bleibt dort im Einsatz, wo seine Produktivität zählt.
3.3Härte des 11SMnPb30/37 nach einer Wärmebehandlung
Die „Härte des 11SMnPb30/37“ bestimmen vor allem der kaltverformte Zustand (+C) und das Nennmaß, nicht festigkeitssteigernde Behandlungen; die Hersteller weisen Werte für kaltgezogenen und für geschälten Blankstahl aus, passend zum Einsatz auf Drehautomaten und zur nötigen Kontrolle von Span und Oberflächengüte.
Da der Stahl nicht zum Härten bestimmt ist, dienen etwaige Wärmebehandlungen dem Stabilisieren oder dem Spannungsarmglühen und nicht einer höheren Härte des Grundgefüges, die gegenüber Vergütungs- und Werkzeugstählen begrenzt bleibt; die zulässigen Bedingungen und Bereiche sind zu vereinbaren und für die Charge nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) zu bescheinigen.
Wo ein Kompromiss zwischen den Eigenschaften des 11SMnPb30/37 und einer äußerst hohen Zerspanbarkeit gesucht wird, kommen Varianten mit Te/Bi in Betracht, die die Zerspanbarkeit weiter steigern und dabei Härtewerte einhalten, die zur Hochgeschwindigkeitsbearbeitung passen - stets im Anwendungsbereich der nicht vergüteten Automatenstähle.
In der Industrie ist es üblich, die Härte mit Prüfungen im Wareneingang und in der Fertigung zu verbinden, damit Spanbildung und Werkzeugverschleiß gleichbleiben - für OEE und Maßgenauigkeit ein kritischer Punkt der auf Serienfertigung ausgerichteten „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“.
3.4Kerbschlagzähigkeit und Zähigkeit des 11SMnPb30/37
Kerbschlagzähigkeit und Zähigkeit von Stahl 11SMnPb30/37 liegen wegen der MnS-Einschlüsse und des Bleis unter denen der Sorten, die keine Automatenstähle sind, in Querrichtung besonders deutlich. Produktnorm und technische Datenblätter beschränken den Einsatz daher auf nichttragende Teile, die keinen Stößen und keinen schweren dynamischen Überlasten ausgesetzt sind.
Diese konstruktive Ausrichtung entspricht dem Vorrang, den die „Zerspanbarkeit des 11SMnPb30/37“ und der Spanbruch auf Automaten haben: Oberflächengüte und Prozesskonstanz zählen mehr als die Robustheit im Betrieb, die Vergütungs- und Baustähle auszeichnet - für Kleinteile und Verschraubungen reichen die Eigenschaften gleichwohl aus.
Bestehen besondere Anforderungen an die Kerbschlagzähigkeit (z. B. KV bei Temperatur), sind Qualifizierungsversuche in Längsrichtung des kaltgezogenen Erzeugnisses vorzusehen und, wenn es kritisch ist, auch an Querproben; sind die Zielwerte in der Spezifikation nicht erreichbar, ist das Bauteil neu zu gestalten oder ein anderer Werkstoff zu wählen.
Zu prüfen sind außerdem Radien, Oberflächengüte und geometrische Übergänge, um Spannungsspitzen zu begrenzen: Sie sind bei Automatenstählen mit gerichteten Einschlüssen besonders schädlich für die örtliche Zähigkeit.
3.5Ermüdung und dynamisches Verhalten des 11SMnPb30/37
Das Ermüdungsverhalten von Stahl 11SMnPb30/37 hängt von der Anisotropie des Gefüges und von der Verteilung der Einschlüsse ab: Beide begünstigen die Rissbildung, vor allem bei Querbeanspruchung, an Kerben und bei unzureichender Oberflächengüte. Deshalb sehen die Hersteller ihn für Bauteile vor, die unter hoher Schwingbeanspruchung nicht kritisch sind.
Oberflächengüte, Ausrundungen und der Faserverlauf gegenüber der Belastung entscheiden über die Lebensdauer unter Schwingbeanspruchung. Das passt zu den „Anwendungen des 11SMnPb30/37“ bei Drehteilen, wo enge Toleranzen und eine beherrschte Oberflächengüte die Rissbildung an der Oberfläche verringern - innerhalb der Grenzen, die der Familie der free-cutting-Stähle eigen sind.
Bei schwerer Schwingbeanspruchung empfiehlt sich der Vergleich mit Automatenstählen mittleren Kohlenstoffgehalts (z. B. 36SMnPb14) oder mit Vergütungsstählen sowie der Einsatz funktionaler Oberflächenbehandlungen (Entgraten, Polieren, Beschichtungen), die auf den Oberflächenzustand und auf rissauslösende Fehler wirken.
In jedem Fall sind die Absicherung am realen Bauteil und das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 (nach EN 10204) mit Rückverfolgbarkeit der Schmelze und des Ziehprozesses Voraussetzung, um die „Eigenschaft des 11SMnPb30/37“ im dynamischen Betrieb mit einer dem Anwendungsrisiko angemessenen statistischen Sicherheit zu bestätigen.
3.6Mechanische Kennwerte nach Lieferzustand
Die Bezugswerte für den kaltgezogenen Zustand +C von Stahl 11SMnPb30/37 sind nach Abmessungsbereichen angegeben und umfassen die Mindestdehngrenze Rp0,2, Rm, die Bruchdehnung A5 und einen informativen Bereich der Härte HB, übereinstimmend über mehrere unabhängige Datenblätter hinweg; für den geschälten Zustand +SH sind HB max und Rm ausgewiesen, wie es für Automatenstähle üblich ist, die nicht zum Vergüten bestimmt sind.
Für Konstruktion und Qualitätssicherung sind stets die im Abnahmeprüfzeugnis 3.1 der bezogenen Charge zugesicherten Werte zu verwenden; dabei ist zu prüfen, ob die in der Zeichnung geforderten „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“ zu geliefertem Abmessungsbereich und metallurgischem Zustand (+C oder +SH) passen.
Kaltgezogen +C (EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018)): mechanische Eigenschaften
| Abmessung (mm) | Rp0,2 min (MPa) | Rm (MPa) | A5 min (%) | HB (Richtwert) |
|---|---|---|---|---|
| ≥5 - ≤10 | 440 | 510-810 | 6 | 154-243 |
| >10 - ≤16 | 410 | 490-760 | 7 | 149-226 |
| >16 - ≤40 | 375 | 460-710 | 8 | 139-218 |
| >40 - ≤63 | 305 | 400-650 | 9 | 119-200 |
| >63 - ≤100 | 245 | 360-630 | 9 | 104-192 |
Hinweise für die Praxis: Die angegebenen Bereiche spiegeln, wie stark die „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“ von Querschnitt und Kaltverfestigung des gezogenen Erzeugnisses abhängen. Bei Flachstahl und Sonderprofilen kann Rp0,2 als Richtwert der Datenblätter um bis zu etwa -10 % abweichen und Rm um ±10 %; beides ist in Spezifikation und Zeugnis zu bestätigen.
Geschält +SH (EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018)): mechanische Eigenschaften
| Abmessung (mm) | HB max | Rm (MPa) |
|---|---|---|
| >16 - ≤40 | 169 | 380-570 |
| >40 - ≤63 | 169 | 370-570 |
| >63 - ≤100 | 154 | 360-520 |
Hinweis: Bei Dicken unter 5 mm können die Eigenschaften mit der Bestellung vereinbart werden; das gilt ebenso für besondere Zustände des Halbzeugs aus Stahl 11SMnPb30/37 (Toleranzen, Oberflächen, Profile), die sich auf die Zugkennwerte und die Härte auswirken.
Übereinstimmung und Rückverfolgbarkeit der Daten
Die Tabellen oben stimmen über mehrere unabhängige Quellen hinweg überein und weisen für Rm, Rp0,2, A5 und HB dieselben Bereiche in den entsprechenden Abmessungsbereichen des Zustands +C/+SH aus.
Verlangt die Spezifikation zusätzliche Prüfungen (z. B. Querversuche, Anforderungen an Einschlüsse oder eine „Härte des 11SMnPb30/37“ außerhalb der Norm), sollten Produktnorm, Lieferzustand und Abmessungsbereich der Charge bereits im Angebot festgeschrieben werden, damit Zerspanbarkeit und mechanische Konformität von Stahl 11SMnPb30/37 erhalten bleiben.
04Physikalische Eigenschaften des Stahls 11SMnPb30/37: thermische und gefügebezogene Kennwerte
Stahl 11SMnPb30/37 ist ein unlegierter Automatenstahl, dessen Sulfideinschlüsse und Bleianteile die Zerspanbarkeit maximieren; die physikalischen Eigenschaften bleiben die der niedrig gekohlten Stähle: Dichte 7,85 g/cm³ und nominaler E-Modul 205-210 GPa, im Einklang mit den in den technischen Datenblättern der Industrie veröffentlichten Werten für kaltgezogenen (+C) und geschälten (+SH) Blankstahl.
Diese physikalischen Werte ergänzen die „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“ bei Spanbruch und Oberflächengüte. MnS und Pb bringen dagegen eine Anisotropie des Gefüges mit sich, auf die bei der Beurteilung von Verformungen sowie des thermischen und des Schwingungsverhaltens an Präzisionsdrehteilen zu achten ist.
Zum thermischen Verhalten empfehlen die Hersteller den Einsatz in nichttragenden Bereichen ohne Temperaturschock und ohne starke Temperaturgradienten, passend zur Einordnung als Automatenstahl, der nicht zum Vergüten bestimmt ist; im Vordergrund stehen ein stabiler Prozess und die Maßhaltigkeit des kaltgezogenen Halbzeugs nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018).
Übliche physikalische Eigenschaften und Folgen für die Anwendung
- Dichte: 7,85 g/cm³; nützlich für die Abschätzung von Massen und Massenträgheiten an Drehteilen in hoher Taktfolge, auch im nicht kritischen Automobilbereich, wo die entscheidende „Eigenschaft des 11SMnPb30/37“ die Zerspanbarkeit bleibt.
- E-Modul: 205-210 GPa; Rechengröße für Durchbiegungen und Passungen in mechanischen Baugruppen, mit übereinstimmenden Angaben in den Herstellerdatenblättern zum Stahl 1.0737.
- Wärmeausdehnungskoeffizient: übliche Werte niedrig gekohlter Kohlenstoffstähle; bei temperaturempfindlicher Passungstoleranz in der Spezifikation und im Chargendatenblatt zu prüfen.
- Schmelztemperatur: 1490-1520 °C, ein Richtwert - keine Norm der Familie schreibt sie vor; brauchbar für begleitende thermische Verfahren, nicht für Sicherheitsbetrachtungen: dort zählen das Blei, das bei 327 °C schmilzt, und der durch Schwefel verursachte Rotbruch. Unverändert gilt, dass eine strukturelle „Wärmebehandlung des 11SMnPb30/37“ nicht vorgesehen ist.
- Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität: im Bereich der unlegierten, niedrig gekohlten Stähle; die Wärme in den Zerspanzyklen beherrschen vor allem die schmierende Wirkung des Pb und der Spanbruch.
Tabelle - Physikalische Eigenschaften (Richtwerte aus Datenblättern)
| Eigenschaft | Wert | Hinweis zur Anwendung |
|---|---|---|
| Dichte | 7,85 g/cm³ | Abschätzung von Massen/Massenträgheiten in gedrehten „Anwendungen des 11SMnPb30/37“ |
| E-Modul | 205-210 GPa | Berechnung von Steifigkeit und Passungen |
| Schmelztemp. | 1490-1520 °C | Richtwert, nicht durch eine Norm vorgeschrieben |
Auswirkungen auf Maßbeständigkeit und Prozess
Im Lieferzustand +C begünstigt das ferritisch-perlitische Gefüge mit seinen Einschlüssen Maßhaltigkeit und Oberflächengüte des Halbzeugs: Das verringert Nacharbeit und stabilisiert das Verhalten bei der Zerspanung mit hoher Schnittgeschwindigkeit, wie es die „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“ für die Präzisionsindustrie verlangen.
Dichte, Steifigkeit und der von S/Pb geförderte Spanbruch ergeben zusammen kurze, vorhersehbare Zyklen auf Drehautomaten. Gute Praxis bleibt gleichwohl, das thermomechanische Verhalten am fertigen Bauteil abzusichern, wenn enge Toleranzen oder wechselnde Temperaturen für die Funktion kritisch sind.
Zusammengefasst tragen die physikalischen „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“ zu Produktivität und Oberflächenqualität nichttragender Drehteile bei; Grundlage für Spezifikation und Qualitätssicherung in einer zertifizierten Lieferkette sind die Produktnormen und die Lieferzustände nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018).
05Wärmebehandlungen des Stahls 11SMnPb30/37: Verfahren und optimale Parameter
Stahl 11SMnPb30/37 ist auf höchste Zerspanbarkeit auf Automaten ausgelegt und wegen seiner metallurgischen Natur (hohe S/Pb-Gehalte) nicht für festigkeitssteigernde Zyklen wie Härten und Vergüten bestimmt; das Leistungsvermögen bestimmen der Lieferzustand (+AR/+SH/+C) und die Kaltverfestigung durch das Ziehen nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018).
Hersteller und maßgebliche technische Datenblätter halten ausdrücklich fest, dass die Sorte weder zum Vergüten noch für harte thermische Verfahren empfohlen ist; Vorrang haben Maßbeständigkeit und die Wiederholgenauigkeit des Halbzeugs auf der Drehmaschine. Etwaige begleitende Behandlungen sind in der Spezifikation zu vereinbaren, mit Normbezug und Abnahmeprüfzeugnis 3.1.
In der industriellen Praxis betrifft eine „Wärmebehandlung des 11SMnPb30/37“ damit höchstens leichtes Spannungsarmglühen oder Glühen zur Stabilisierung; Härten und Anlassen sind auszuschließen, weil sie der Auslegung des Werkstoffs und den Liefervorgaben widersprechen.
Tabelle - Anwendbarkeit der Wärmebehandlungen (Überblick)
| Verfahren | Anwendbarkeit | Hinweise |
|---|---|---|
| Härten | Nicht anwendbar | Sorte als nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt eingeordnet; Gefahr von Sprödigkeit und Fehlern bei hohen S/Pb-Gehalten |
| Anlassen nach dem Härten | Nicht anwendbar | Nicht vorgesehen, da auch das Härten nicht vorgesehen ist; die Eigenschaften bestimmt der Zustand +C/+SH |
| Spannungsarmglühen | Zulässig nach Vereinbarung | Nur zur Maßbeständigkeit; Zyklus festlegen und für die Charge bescheinigen |
| Glühen | Zulässig nach Vereinbarung | Dient dem Homogenisieren/Weichglühen; Vorrang haben Oberflächengüte und Spanbruch bei der Bearbeitung |
| Normalglühen | Nicht empfohlen | Das Normalglühen verändert Ausrichtung und Form der Sulfideinschlüsse und verschlechtert damit den Spanbruch und die für bleihaltige Automatenstähle typische Zerspanbarkeit. |
5.1Härten des 11SMnPb30/37: Temperaturen und Verfahren
Das Härten gehört nicht zu den Verfahren, die sich auf Stahl 11SMnPb30/37 anwenden lassen: Der Werkstoff ist ausdrücklich „nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt“, und seine Einschlüsse (MnS/Pb) sind mit Zyklen aus Austenitisieren und Anlassen zur Festigkeitssteigerung nicht vereinbar.
Härteversuche an massigen Geometrien oder mit hohen Temperaturgradienten können Risse und einen Abfall der Zähigkeit in Querrichtung hervorrufen, denn die Sorte ist nicht für eine kontrollierte Martensitbildung ausgelegt; Spezifikationen sollten solche Zyklen daher ausschließen.
Für Festigkeitsanforderungen nach dem Vergüten kommen andere Sorten in Betracht (z. B. 36SMnPb14 oder Vergütungsstähle nach EN ISO 683-1/2); die Anwendung des 11SMnPb30/37 bleibt bei nichttragenden Drehteilen mit hoher Produktivität.
5.2Anlassen des 11SMnPb30/37: optimale Parameter
Da kein Härten vorgesehen ist, gibt es für Stahl 11SMnPb30/37 auch keinen Anlasszyklus; die Eigenschaften im Betrieb bestimmen die Ziehparameter und der Zustand +C/+SH, wie die bescheinigten Kennwerttabellen ausweisen.
Wo es die Maßbeständigkeit verlangt, ist ein Spannungsarmglühen bei niedriger Temperatur möglich, in der Zeichnung vereinbart und mit Versuchen an der Charge und dem Abnahmeprüfzeugnis 3.1 abgesichert - ohne das Ziel, die „Härte des 11SMnPb30/37“ zu erhöhen.
Solche Eingriffe müssen zu den Toleranzen und zur Oberflächengüte passen, die das Drehen auf dem Automaten fordert, und dürfen Zerspanbarkeit und Oberflächenqualität nicht verschlechtern.
5.3Normalglühen des 11SMnPb30/37: Bedingungen und Anwendungen
Das Normalglühen ist für Stahl 11SMnPb30/37 nicht empfohlen: Die Familie der bleihaltigen Automatenstähle ist nicht darauf ausgelegt, das Korn zu steuern und Zeilenstrukturen zu beseitigen, wie es bei Sorten für eine strukturelle Behandlung üblich ist.
Ein Normalglühen kann die Ausrichtung der Einschlüsse und die Anisotropie verändern, mit unerwünschten Folgen für Oberflächengüte und Spanbruch; Vorrang hat die gleichbleibende Qualität des Halbzeugs +C nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) für HSM-Zyklen auf Drehautomaten.
Vorzuziehen ist daher, die üblichen Lieferzustände beizubehalten und die Stabilität durch mechanische und maßliche Prüfungen im Wareneingang zu bestätigen - anstelle eines Normalglühens.
5.4Qualitätssicherung der Wärmebehandlungen 11SMnPb30/37
Passend zum Verwendungszweck richtet sich die Qualitätssicherung auf die Rückverfolgbarkeit (Abnahmeprüfzeugnis 3.1) sowie auf die Prüfung der „Härte des 11SMnPb30/37“ und der Zugkennwerte je Abmessungsbereich und Zustand +C/+SH, nach den Tabellen des Lieferanten und mit Bezug auf EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018).
Empfohlen sind Prüfungen von HB und Rm/Rp0,2 je Charge und Durchmesser sowie Maß- und Toleranzprüfungen am kaltgezogenen Halbzeug; sind begleitende Behandlungen vorgesehen (Spannungsarmglühen/Glühen), sind eigene Prüfpläne und PPAP/FAI-Bewertungen festzulegen.
Bei kritischen Anwendungen empfiehlt sich die Prüfung des Reinheitsgrades und der Anisotropie nach anerkannten Kriterien, im Einklang mit den Produktanforderungen und mit der Familie ISO 683-4 für Automatenstähle.
5.5Häufige Fehler bei Wärmebehandlungen des 11SMnPb30/37 und ihre Abhilfe
Typische Fehler aus unsachgemäßen Behandlungen sind ein Abfall der Zähigkeit in Querrichtung und die Bildung von Rissen nach Zyklen, die für Stahl 11SMnPb30/37 nicht empfohlen sind - was zu seiner Einordnung und zu den MnS/Pb-Einschlüssen passt.
Vorbeugen heißt: kein Härten und kein Vergüten, stattdessen ein vereinbartes Spannungsarmglühen mit moderatem Aufheizen und Abkühlen und Prüfungen von HB/Rm, damit Maßbeständigkeit und eine gleichbleibende „Zerspanbarkeit des 11SMnPb30/37“ gesichert sind.
Weitere Maßnahmen sind die Prüfung von Toleranzen und Oberflächengüte nach der Behandlung, die Durchsicht von Zeichnung und Prozess auf Spannungsspitzen sowie die Abstimmung der Spezifikation auf die Lieferung +C/+SH, damit das Leistungsvermögen beim Drehen auf dem Automaten erhalten bleibt.
06Industrielle Anwendungen des Stahls 11SMnPb30/37: Branchen und strategische Einsatzfälle
Stahl 11SMnPb30/37 ist ein unlegierter free-cutting-Stahl mit höchster Zerspanbarkeit für die Serienfertigung von Drehteilen, Stiften, Buchsen, Verschraubungen und Schraubenteilen: Sie und die Oberflächengüte zählen dort mehr als hohe Anforderungen an die Tragfähigkeit.
Zu den wichtigsten „Anwendungen des 11SMnPb30/37“ zählen Verbindungselemente und Präzisionsbauteile für den allgemeinen Maschinenbau und für nichttragende Teile im Fahrzeugbau, die von kurzen Zyklen auf Drehautomaten und von einer zuverlässigen Spankontrolle leben.
Als Bezugsfamilien gelten nach gesicherten Einsatzdaten Schrauben, Bolzen, Muttern, Stifte, Buchsen, Düsen/Nippel, Scheiben und Verschlussschrauben, mit messbaren Vorteilen bei Taktzeiten, Werkzeugverschleiß und Oberflächenqualität gegenüber Stählen, die keine Automatenstähle sind.
Nach EN ISO 683-4:2018 und den technischen Datenblättern der Industrie ist dieser Stahl nicht zum Schweißen empfohlen.
6.1Anwendungen des 11SMnPb30/37 in der Automobilindustrie
In der Automobilindustrie dient Stahl 11SMnPb30/37 nichttragenden Teilen mit hoher Wiederholgenauigkeit: Passstifte, Buchsen, Distanzstücke, Verschlussstopfen, Verschraubungen und Kleinteile für Befestigungen, bei denen Bearbeitungsgeschwindigkeit und Oberflächengüte entscheiden, dazu die Maßhaltigkeit des kaltgezogenen Erzeugnisses.
Die Anwendungsblätter zum 1.0737 nennen den Einsatz in „mass-produced parts for the automobile industry“ und „screw plugs“, in der Regel auf HSM-Drehautomaten, wobei europäische Datenblätter und Lieferanten von CNC-Bauteilen übereinstimmen.
Stahl 11SMnPb30/37 wird dann gewählt, wenn die geforderte Festigkeit moderat ist und die OEE von zuverlässigem Spanbruch, weniger Stillstandszeiten und minimaler Nacharbeit an der Oberfläche abhängt - als Alternative zu Sorten ohne Automateneigenschaften, die langsamer zerspanen.
6.211SMnPb30/37 im Werkzeugmaschinenbau
Im Werkzeugmaschinen- und Gerätebau eignet sich Stahl 11SMnPb30/37 für Trägerelemente, Distanzstücke, Aufnahmen, Buchsen und funktionale Schraubenteile, bei denen enge Toleranzen und eine hohe Oberflächengüte gefordert sind, die kurze Dreh- und Fräszyklen erreichen.
Die technischen Datenblätter heben „equipment/device construction“ und „machine construction“ als natürliche Einsatzgebiete hervor, mit Vorliebe für mittlere bis große Losgrößen und für Geometrien, die den Spanbruch begünstigen.
Die „Zerspanbarkeit des 11SMnPb30/37“ hält Qualität und Zeiten auf mehrachsigen CNC-Zentren ein, was Stückkosten in der Wiederholfertigung und die Durchlaufzeit des Auftrags unmittelbar senkt.
6.311SMnPb30/37 in Maschinenbau und Konstruktion
Im allgemeinen Maschinenbau findet Stahl 11SMnPb30/37 Verwendung bei Drehteilen nach Zeichnung: Schrauben, Muttern, Stifte, Buchsen, Scheiben und Nippel, die kein Vergüten brauchen; im Vordergrund stehen Oberflächengüte und Maßhaltigkeit des Halbzeugs +C/+SH.
Die Quellen nennen ausdrücklich „screws, bolts, tips, nipples and washers“ und „precision mechanical components“ als typische Hauptfamilien, mit natürlicher Ausweitung auf Baugruppen und Verschraubungen.
Im leichten Stahlbau und im Gerätebau eignet sich Stahl 11SMnPb30/37 für Befestigungs- und Verbindungsaufgaben, die unter Schwingbeanspruchung nicht kritisch sind - zu beachten sind die begrenzte Schweißeignung und der Bedarf an Oberflächenschutz, wenn die Umgebungsbedingungen strenger werden.
6.4Spezielle Einsatzbereiche des 11SMnPb30/37
Häufig ist der Einsatz in Pneumatik und leichter Hydraulik für Gehäuse von Verschraubungen und für Verschlussschrauben, wo die „Eigenschaft des 11SMnPb30/37“ - Oberflächengüte und Dichtheit des Gewindes - über Nacharbeit und Ausschuss in der Linie entscheidet.
Präzisionsdrehteile für Instrumente, Geräte und Apparate profitieren von den Maßtoleranzen des kaltgezogenen Blankstahls nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) und von der hohen Zerspanbarkeit, die reproduzierbare Mikrogeometrien in Serienaufträgen erlaubt.
In Elektronik und Mechatronik finden sich Abstandsbolzen, Distanzstücke und Befestigungsteile, bei denen kurze Zyklen und eine optisch wie funktional saubere Oberfläche gefragt sind, verträglich mit üblichen, nicht aggressiven Oberflächenbehandlungen.
6.5Leistungsvergleich mit anderen Stählen
Der Vergleich zeigt, dass Stahl 11SMnPb30/37 die Zerspanbarkeit gegenüber dem 11SMn30/37 (ohne Pb) und gegenüber Vergütungs- und Einsatzstählen maximiert - um den Preis einer begrenzten Schweißeignung und fehlender Eignung zum Härten und strukturellen Vergüten. Sein Platz ist damit bei nicht kritischen Drehteilen.
Die Entsprechung zum AISI 12L14 (funktional, nicht normativ) ist weit verbreitet und hilft bei globalen Lieferketten und bei Spezifikationen über mehrere Normensysteme im Bereich der Kleinteile; auf Unterschiede im Lieferzustand und in der Bescheinigung der Charge ist zu achten.
Sind höhere Festigkeiten bei weiterhin guter Zerspanbarkeit gefordert, kommen Automatenstähle mittleren Kohlenstoffgehalts wie der 36SMnPb14 in Betracht; bei gleicher Geometrie sind dann Abstriche bei Schnittgeschwindigkeit und Oberflächengüte gegenüber dem 11SMnPb30/37 in Kauf zu nehmen.
Tabelle - Kurzvergleich von Einsatz und Verarbeitbarkeit
| Sorte | Familie | Zerspanbarkeit | Schweißeignung | Wärmebehandlung | Typische Einsatzfälle |
|---|---|---|---|---|---|
| 11SMnPb30/37 (1.0737) | Bleihaltiger Automatenstahl | Ausgezeichnet | Begrenzt | Nicht zum Vergüten bestimmt | Schrauben, Stifte, Buchsen, Verschlussstopfen, Nippel, CNC-Drehteile |
| 11SMn30/37 | Bleifreier Automatenstahl | Sehr gut, geringer als mit Pb | Begrenzt/mäßig | Nicht zum strukturellen Vergüten | Nichttragende Drehteile |
| 36SMnPb14 | Automatenstahl mit mittlerem C-Gehalt | Sehr gut | Begrenzt | Bessere Reaktion auf Behandlungen als der 11SMnPb30/37 | Höher beanspruchte, nicht kritische Bauteile |
| AISI 12L14 | Entsprechung zu 1.0737 | Ausgezeichnet | Begrenzt | Nicht zum Vergüten bestimmt | Kleinteile, Verschraubungen, Verschlussstopfen |
Hinweise zu Praxis und Qualität: Für jede Anwendung von Stahl 11SMnPb30/37 sind Lieferzustand nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) (+C/+SH), Abmessungsbereich und mechanische Anforderungen im Abnahmeprüfzeugnis 3.1 anzugeben; der Einsatz in tragenden oder hoch schwingbeanspruchten Teilen und in aggressiven Umgebungen ohne geeigneten Schutz ist zu vermeiden.
Sind die Zeichnungen auf die „Eigenschaften des 11SMnPb30/37“ bei Spanbruch und Oberflächengüte abgestimmt, arbeiten Drehautomaten und CNC-Maschinen mit höchster Effizienz: Die Gesamtkosten der Bearbeitung sinken, und die Kapazität der Linie bei Wiederholaufträgen steigt.
07Häufige Fragen zum Stahl 11SMnPb30/37: technische Antworten für Fachleute
7.1Ist der 11SMnPb30/37 für eine strukturelle Wärmebehandlung bestimmt?
Nein: Stahl 11SMnPb30/37 ist den Automatenstählen zugeordnet, die „nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt“ sind; sein Leistungsvermögen bestimmen der Lieferzustand (+AR/+SH/+C) und die Kaltverfestigung durch das Ziehen, nicht das Härten oder Vergüten.
Die Datenblätter von Herstellern und Ziehereien bestätigen, dass Härten und Vergüten ausgeschlossen sind, und empfehlen, falls nötig, nur ein leichtes Spannungsarmglühen oder Glühen, in der Spezifikation vereinbart und mit dem Abnahmeprüfzeugnis 3.1 für die Charge belegt.
7.2Wie lautet die maßgebende chemische Zusammensetzung?
Die „chemische Zusammensetzung des 11SMnPb30/37“ ist nicht eine einzige: Die beiden Sorten unterscheiden sich in Mangan und Schwefel. Schmelzenanalyse des 11SMnPb30 (1.0718): C max. 0,14 % - Si max. 0,05 % - Mn 0,90-1,30 % - P max. 0,11 % - S 0,27-0,33 % - Pb 0,20-0,35 %. Schmelzenanalyse des 11SMnPb37 (1.0737): C max. 0,14 % - Si max. 0,05 % - Mn 1,00-1,50 % - P max. 0,11 % - S 0,34-0,40 % - Pb 0,20-0,35 %. Der 37 ist der schwefelreichere der beiden, und das hebt seine Zerspanbarkeit - über MnS-Einschlüsse und die Wirkung des Bleis als feinster Schmierstoff.
Die Schmelzenanalyse schreibt die EN ISO 683-4:2018 vor, in Bezug genommen von EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018); Lieferbedingungen und Eigenschaften des Blankstahls regelt die EN ISO 683-7:2024. Die Rückverfolgbarkeit von Stahl 11SMnPb30/37 läuft über die Werkstoffnummer: 1.0718 für den 30, 1.0737 für den 37.
7.3Welche mechanischen Eigenschaften sind für den kaltgezogenen Zustand +C üblich?
Für +C ergeben sich, abhängig vom Durchmesser (nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018)): Rp0,2 (Dehngrenze) mindestens etwa 245-440 MPa, Rm (Zugfestigkeit) 360-810 MPa, A5 (Bruchdehnung) 6-9 % und eine informative „Härte des 11SMnPb30/37“ von 104-243 HB (Brinellhärte) - Werte, die zum bescheinigten Abmessungsbereich passen müssen.
Die von mehreren Quellen veröffentlichten Kennwerttabellen zeigen übereinstimmende Bereiche für +C und +SH und bestätigen damit die Abhängigkeit von Querschnitt und Verfestigungsgrad des Blankstahls.
7.4Ist er schweißgeeignet?
Die „Schweißeignung des 11SMnPb30/37“ ist wegen der hohen Gehalte an S und Pb im Allgemeinen gering: Sie setzen die Zähigkeit herab und erhöhen die Anfälligkeit für thermisch bedingte Fehler, wie die maßgeblichen technischen Datenblätter für Automatenstähle festhalten.
Bestehen Vorgaben zur Verbindung, sollten andere Werkstoffe oder mechanische Verbindungslösungen geprüft werden; Stahl 11SMnPb30/37 bleibt dann in seinem natürlichen Einsatzbereich auf Drehautomaten.
7.5Was sind die typischen Anwendungen?
Die häufigsten „Anwendungen des 11SMnPb30/37“ sind Drehteile und in Serie gefertigte, nichttragende Teile: Schrauben, Bolzen, Stifte, Buchsen, Nippel/Verschraubungen, Verschlussstopfen und Scheiben - im Vordergrund stehen Spanbruch, Oberflächengüte und kurze Taktzeiten.
Die Anwendungsquellen nennen ausdrücklich Bauteile für nichttragende Aufgaben im Maschinenbau und in der Automobilindustrie sowie den Apparatebau, wo die hohe Zerspanbarkeit Kosten- und Qualitätsvorteile bringt.
7.6Wie hoch ist der Zerspanbarkeitsindex und wie steht er zum 11SMn30/37?
Für Stahl 11SMnPb30/37 wird ein Zerspanbarkeitsindex von bis zu etwa 190 gegenüber SAE 1212 im kaltverfestigten Zustand angegeben; damit übertrifft er das bleifreie Gegenstück 11SMn30/37, weil S und Pb zusammen den Spanbruch fördern.
Das bedeutet günstige Schnittgeschwindigkeiten und Standzeiten beim CNC-Drehen und -Fräsen, mit hoher Maßhaltigkeit am Blankstahl.
7.7Gibt es Varianten für eine maximale Zerspanbarkeit?
Ja: Es gibt Varianten mit Mikrozusätzen von Te/Bi, die die Zerspanbarkeit des 11SMnPb30/37 weiter steigern und dabei den Automatenstählen zugeordnet bleiben, die nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt sind; sie sind in Angebot und Bestellung anzugeben.
Diese Optionen kommen bei anspruchsvollen HSM-Zyklen zum Einsatz und verbessern die optische und funktionale Qualität der gedrehten Oberfläche.
7.8Welche internationalen Entsprechungen sind üblich?
Zu den verbreitetsten Entsprechungen zählen W.Nr. 1.0737 und die anwendungsbezogene Zuordnung zum AISI 12L14; beide helfen bei internationalen Lieferketten und bei Spezifikationen über mehrere Normensysteme im Segment der Kleinteile.
Zu prüfen bleiben in jedem Fall Lieferzustand, Toleranzen nach EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) und die Anforderungen an die Bescheinigung der Charge, damit die funktionale Konformität vollständig ist.
7.9Welche Qualitätsprüfungen sind im Wareneingang empfohlen?
Für Stahl 11SMnPb30/37 empfehlen sich Prüfungen von Rm/Rp0,2/A5 und HB je Abmessungsbereich und Zustand +C/+SH, mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 und Nachweis der Konformität mit der Produkt- und Liefernorm EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018).
Bei sensiblen Anwendungen kommen Maßprüfungen hinzu und, wenn gefordert, Kriterien zu Einschlüssen und Anisotropie im Einklang mit der Familie ISO 683-4 der Automatenstähle.
08Das Lieferprogramm von Siderticino für Stahl 11SMnPb30/37: spezialisierte Lösungen
Unser Lieferprogramm für Stahl 11SMnPb30/37 (AVP) setzt auf Halbzeug aus Blankstahl für die Bearbeitung auf Drehautomaten, verfügbar im Lieferzustand +C (kaltgezogen) und, auf Anfrage, +SH (geschält), im Einklang mit EN ISO 683-7:2024 (früher EN 10277:2018) und mit der Familienzuordnung ISO 683-4 für free-cutting-Automatenstähle.
Das Programm umfasst Rund-, Vierkant-, Sechskant- und Flachstahl, kaltgezogen und unbehandelt, für CNC-Fertigungen mit hoher Wiederholgenauigkeit, mit Schwerpunkt auf der „Zerspanbarkeit des 11SMnPb30/37“ und der Maßhaltigkeit.
Zu den Dokumenten gehören Werkstoffdatenblätter und die Bescheinigung der Konformität mit dem Lieferzustand für Stahl 11SMnPb30/37, mit mechanischen Werten und mit Werten der „Härte des 11SMnPb30/37“, die zu den Tabellen der Hersteller für den jeweiligen Abmessungsbereich passen.
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