18NiCrMo5: Technische Daten Stahl
18NiCrMo5 (1.6566, heute 17NiCrMo6-4) ist ein mit Nickel, Chrom und Molybdän legierter Einsatzstahl für schwing- und verschleißbeanspruchte Bauteile: hohe Randhärte nach dem Einsatzhärten und ein zäher Kern für Zahnräder, Wellen und Antriebselemente großer Querschnitte.
01Stahl 18NiCrMo5: Einführung und allgemeine Eigenschaften
Der Stahl 18NiCrMo5, nach der neuen Norm nun 17NiCrMo6-4, gehört zu den bedeutendsten Legierungen unter den Einsatzstählen und wurde eigens für industrielle Anwendungen mit hohen Anforderungen an mechanische Leistung und Verschleißfestigkeit entwickelt. Diese Eisenlegierung, gekennzeichnet durch Nickel, Chrom und Molybdän, ist eine bewährte technische Lösung für Bauteile unter dynamischer Beanspruchung und hoher Last.
Der 18NiCrMo5 ist nach UNI 7846:1978 (historische Norm) als legierter Einsatzstahl eingeordnet und entspricht der europäischen Bezeichnung 17NiCrMo6-4 (1.6566). Für die aktuellen normativen Vorgaben gilt EN ISO 683-3:2022 (früher EN 10084), Einsatzstähle - technische Lieferbedingungen. Diese internationale Normung sorgt für einheitliche technische Vorgaben und erleichtert die Identifizierung des Werkstoffs in den unterschiedlichen industriellen Zusammenhängen weltweit. Die alphanumerische Bezeichnung gibt die chemische Zusammensetzung des Stahls wieder: Das Präfix „18“ steht für den mittleren Kohlenstoffgehalt (0,18 %), während die Symbole Ni, Cr und Mo die kennzeichnenden Legierungselemente benennen.
Die Eigenschaften des 18NiCrMo5 ergeben sich aus dem Zusammenwirken der Legierungselemente, die dem Werkstoff höhere mechanische Kennwerte verleihen als herkömmlichen Kohlenstoffstählen. Nickel (1,2-1,5 %) erhöht die Zähigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen Stoßbeanspruchung, Chrom (0,7-1,0 %) verbessert Härtbarkeit und Korrosionsbeständigkeit, während Molybdän (0,15-0,25 %) die Warmfestigkeit und die Maßhaltigkeit steigert. Mit geeigneten Wärmebehandlungen lässt sich damit eine Randhärte von 58-62 HRC bei zähem Kern erreichen.
1.118NiCrMo5 im Vergleich zu konventionellen Stählen
Die Unterschiede des 18NiCrMo5 gegenüber konventionellen Stählen zeigen sich vor allem im besseren Ansprechen auf die Wärmebehandlung und in den mechanischen Kennwerten nach dem Einsatzhärten. Gegenüber unlegierten Kohlenstoffstählen wie C45 hat der 18NiCrMo5 eine deutlich höhere Härtbarkeit und hält die Härte auch in größeren Querschnitten gleichmäßig. Das Molybdän macht ihn widerstandsfähig gegen Anlassversprödung, die Nickel-Chrom-Stähle betrifft und ihren Einsatz unter harten Betriebsbedingungen sonst einschränken würde.
Gegenüber einfacheren Einsatzstählen wie 16MnCr5 bietet der 18NiCrMo5 eine höhere Schwingfestigkeit (Zunahme um 40-60 %) und eine bessere Maßhaltigkeit bei der Wärmebehandlung. Der Gehalt an Molybdän verhindert das Wachstum des Austenitkorns beim Einsatzhärten, sodass die mechanischen Eigenschaften auch bei den langen Zyklen gleichmäßig bleiben, die für große Einsatzhärtungstiefen nötig sind.
1.2Vorteile des 18NiCrMo5 in industriellen Anwendungen
Zu den Vorteilen des 18NiCrMo5 in industriellen Anwendungen gehört die Vielseitigkeit des Einsatzes, die vom Automobilbau bis zum Schwermaschinenbau reicht, insbesondere bei kritischen Bauteilen wie Zahnrädern, Nockenwellen, Achswellen und Wälzlagern. Weil er hohe mechanische Kennwerte auch unter harten Betriebsbedingungen hält, ist er dort erste Wahl, wo Betriebssicherheit nicht verhandelbar ist.
Die gute Zerspanbarkeit des 18NiCrMo5 im geglühten Zustand (200-225 HB) erleichtert Drehen, Fräsen und Bohren und senkt gegenüber härteren Stählen Bearbeitungszeiten und Werkzeugverschleiß - ein wirtschaftlich spürbarer Vorteil in der Serienfertigung, in der die Prozessoptimierung unmittelbar über die Wettbewerbsfähigkeit des Endprodukts entscheidet.
1.3Normen und Prüfbescheinigungen für 18NiCrMo5
Die Normen für den 18NiCrMo5 folgen etablierten internationalen Regelwerken, die Qualität und Rückverfolgbarkeit des Werkstoffs sichern. Die italienische Norm UNI 7846:1978 (historische Norm) legt chemische Zusammensetzung, mechanische Eigenschaften und Prüfverfahren fest, während die entsprechende europäische Norm EN ISO 683-3:2022 (früher EN 10084) die Anforderungen an den Konformitätsnachweis regelt. Die Bezeichnung 17NiCrMo6-4 (Werkstoffnummer 1.6566) nach EN 10027-2 erlaubt die eindeutige Identifizierung des Werkstoffs auf internationalen Märkten.
Die Qualitätsnachweise für 18NiCrMo5 sind Prüfbescheinigungen nach EN 10204, Typ 2.1 (Werksbescheinigung des Herstellers) oder für kritische Anwendungen Typ 3.1 (Abnahmeprüfzeugnis). Zu jeder Schmelze gehören eine bescheinigte chemische Analyse, mechanische Prüfungen an repräsentativen Proben und metallografische Kontrollen zur Beurteilung von Gefüge und Reinheitsgrad nach ISO 4967.
02Chemische Zusammensetzung des Stahls 18NiCrMo5: Legierungselemente und normative Vorgaben
Die chemische Zusammensetzung des 18NiCrMo5 ist die Grundlage seiner ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften und in UNI 7846:1978 genau festgelegt. Diese komplexe Legierung verbindet die Eisenbasis mit Elementen, die dem Werkstoff die Härtbarkeit, die Zähigkeit und die Festigkeit geben, die die anspruchsvollsten Anwendungen des Maschinenbaus verlangen.
Die chemische Spezifikation des 18NiCrMo5 nach der italienischen Norm UNI 7846:1978 setzt für jedes Element enge Grenzen. Der Kohlenstoffgehalt liegt zwischen 0,15-0,21 % und sichert das richtige Verhältnis von Härte und Zähigkeit nach dem Einsatzhärten. Silicium (0,15-0,40 %) wirkt bei der Erzeugung als Desoxidationsmittel und trägt zur Festigkeit bei, während Mangan (0,60-0,90 %) die Härtbarkeit verbessert und die schädliche Wirkung des Schwefels neutralisiert. Die Begleitelemente Phosphor und Schwefel sind auf jeweils höchstens 0,035 % begrenzt, um interkristalline Versprödung zu vermeiden und die Zerspanbarkeit des Werkstoffs zu sichern.
Die kennzeichnenden Legierungselemente des 18NiCrMo5 sind Chrom (0,70-1,00 % nach der historischen Norm UNI 7846:1978 und 0,80-1,10 % beim 17NiCrMo6-4, EN ISO 683-3:2022 (früher EN 10084)), Molybdän (0,15-0,25 %) und Nickel (1,20-1,50 % nach UNI 7846:1978, 1,20-1,60 % beim 17NiCrMo6-4). Chrom erhöht Härte und Korrosionsbeständigkeit und bildet bei den Wärmebehandlungen stabile Carbide. Molybdän ist für die Warmfestigkeit maßgebend und verhindert die Anlassversprödung, während Nickel die Kernzähigkeit erhöht und die Übergangstemperatur zwischen zähem und sprödem Bruch senkt. Dieses Zusammenwirken ergibt die Eigenschaften des 18NiCrMo5, die ihn herkömmlichen Kohlenstoffstählen überlegen machen.
| Element | Gehalt (%) | Toleranz (%) | Hauptwirkung |
|---|---|---|---|
| C | 0,15-0,21 | ±0,02 | Grundhärte |
| Si | 0,15-0,40 | ±0,03 | Desoxidation, Festigkeit |
| Mn | 0,60-0,90 | ±0,04 | Härtbarkeit |
| Cr | 0,70-1,00 | ±0,05 | Härte, Carbide |
| Mo | 0,15-0,25 | ±0,03 | Warmfestigkeit |
| Ni | 1,20-1,50 | ±0,05 | Zähigkeit, Kerbschlagzähigkeit |
2.1Internationaler Werkstoffvergleich 18NiCrMo5
Die internationalen Entsprechungen des 18NiCrMo5 erleichtern Beschaffung und Substitution des Werkstoffs in multinationalen Projekten. Die entsprechende europäische Bezeichnung 17NiCrMo6-4 (EN 1.6566) weicht in der chemischen Zusammensetzung des 18NiCrMo5 leicht ab, mit Kohlenstoff 0,14-0,20 % und geringfügig anderen Spannen für die übrigen Elemente. Die britische BS 815M17 ist in den erreichbaren mechanischen Kennwerten weitgehend gleichwertig; für den amerikanischen Markt gibt es keine aktuelle SAE-Bezeichnung gleicher Zusammensetzung.
Einige handelsübliche Varianten enthalten gezielte Zusätze von Blei (0,15-0,35 %) zur Verbesserung der Zerspanbarkeit oder einen geregelten Schwefelgehalt (0,020-0,035 %), der Drehen und Fräsen erleichtert. Diese Änderungen verschieben die mechanischen Eigenschaften des Werkstoffs nicht wesentlich, optimieren aber die Fertigungsabläufe für Anwendungen, in denen die Bearbeitungsgeschwindigkeit ausschlaggebend ist.
03Mechanische Eigenschaften des Stahls 18NiCrMo5: Kennwerte und Tragverhalten
Die mechanischen Eigenschaften des 18NiCrMo5 entstehen aus dem Zusammenspiel von chemischer Zusammensetzung und Wärmebehandlung und geben diesem Einsatzstahl die Kennwerte, die hoch beanspruchte tragende Bauteile verlangen. Wer den Werkstoff im industriellen Umfeld richtig auslegen und auswählen will, muss die mechanischen Eigenschaften des 18NiCrMo5 im Einzelnen kennen.
3.1Mechanische Eigenschaften des 18NiCrMo5 im geglühten Zustand
Die mechanischen Eigenschaften des 18NiCrMo5 im geglühten Zustand beschreiben den Werkstoff im Zustand der besten Zerspanbarkeit, der durch vollständiges Glühen bei 850 °C mit langsamer Ofenabkühlung erreicht wird. In diesem Gefügezustand besteht das Material aus Ferrit und lamellarem Perlit, mit einer Brinellhärte von 200-225 HB nach UNI 7846:1978.
Im geglühten Zustand liegt die Zugfestigkeit bei 600-650 MPa und die Streckgrenze bei 400-450 MPa, was eine gute Umformbarkeit beim Kaltumformen ergibt. Die Bruchdehnung erreicht 12-15 %, die Brucheinschnürung übersteigt 35 %, und diese Duktilität macht den 18NiCrMo5 zur ersten Wahl für Bauteile, die vor der abschließenden Wärmebehandlung gedreht und gefräst werden.
3.2Festigkeit des 18NiCrMo5 im vergüteten Zustand
Die Festigkeit des 18NiCrMo5 im vergüteten Zustand hängt deutlich vom Lieferzustand und von den gewählten Parametern der Wärmebehandlung ab. Das Vergüten, also Härten mit anschließendem Anlassen, erlaubt es, das Verhältnis von Festigkeit und Zähigkeit auf die jeweilige tragende Anwendung abzustimmen.
Im vergüteten Zustand liegt die Zugfestigkeit (Rm) zwischen 785-1520 MPa, wobei die Werte mit zunehmender Bauteildicke sinken. Für Querschnitte bis 11 mm schreibt UNI 7846:1978 eine Festigkeit von 1225-1520 MPa bei einer Streckgrenze (Re) von mindestens 980 MPa vor. Größere Querschnitte (40-100 mm) erreichen 785-1080 MPa bei einem Re von mindestens 590 MPa.
| Querschnitt (mm) | Rm (MPa) | Re min (MPa) | A min (%) | Z min (%) | HB |
|---|---|---|---|---|---|
| ≤11 | 1225-1520 | ≥980 | ≥8 | ≥30 | 361-432 |
| 11-25 | 1030-1325 | ≥785 | ≥9 | ≥32,5 | 311-384 |
| 25-40 | 930-1230 | ≥735 | ≥9 | ≥32,5 | 278-363 |
| 40-100 | 785-1080 | ≥590 | ≥10 | ≥35 | 234-327 |
3.3Härte des 18NiCrMo5 nach dem Einsatzhärten
Die Härte des 18NiCrMo5 nach dem Einsatzhärten ist der wichtigste Kennwert, um die Wirksamkeit der Wärmebehandlung und die Übereinstimmung mit der Spezifikation zu beurteilen. Der Härteverlauf aus dem geregelten Einsatzhärten bestimmt das tribologische Verhalten des Bauteils und seine Verschleißfestigkeit unter harten Betriebsbedingungen.
Die Randhärte des 18NiCrMo5 liegt nach dem Anlassen bei 150-180 °C in der Regel zwischen 58 und 62 HRC, mit Zielwerten von 60-62 HRC für den Automobilbau und die Präzisionsmechanik. Die Härte der Einsatzschicht schreibt die Produktnorm nicht vor: Weder UNI 7846:1978 noch die sie ersetzende EN ISO 683-3:2022 legt sie fest, denn beide regeln chemische Zusammensetzung, Jominy-Härtbarkeit und Härte im Lieferzustand. Sie hängt von der Prozessführung beim Einsatzhärten ab, nicht vom Stahl. Die Anforderung steht in der Bauteilnorm: ISO 6336-5:2016 verlangt für einsatzgehärtete Zahnräder der Qualität MQ und ME eine Oberflächenhärte zwischen 660 und 800 HV, also 58-64 HRC, oberhalb derer das Bauteil aus seiner Klasse fällt. Diese Werte entstehen aus der martensitischen Umwandlung der aufgekohlten Randschicht (empfohlener Randkohlenstoffgehalt 0,60-0,90 % C), die durch Gasaufkohlen bei 920-930 °C erzeugt wird. Die Einsatzhärtungstiefe, gemessen als Abstand von der Oberfläche bis zum Punkt mit 550 HV (etwa 52 HRC), liegt je nach Prozessdauer und Bauteilgeometrie in der Regel zwischen 0,8-2,0 mm.
Der Härteverlauf des 18NiCrMo5 geht kennzeichnend allmählich von der einsatzgehärteten Oberfläche in den Grundwerkstoff über. In 0,5 mm Tiefe werden 55-58 HRC gemessen, in 1,0 mm Tiefe fällt die Härte auf 45-50 HRC. Der Kern behält 30-40 HRC und damit die Zähigkeit, die zum Aufnehmen dynamischer Lasten und Stöße nötig ist.
3.4Kerbschlagzähigkeit und Zähigkeit des 18NiCrMo5
Die Verformungseigenschaften des 18NiCrMo5 sind für dynamisch beanspruchte Bauteile günstig. Die Bruchdehnung (A%) liegt je nach Dicke zwischen 8-10 %, bei größeren Querschnitten am oberen Ende von 10 %. Die Brucheinschnürung (Z%) übersteigt unter günstigen Bedingungen 30 % und zeigt damit ein großes plastisches Verformungsvermögen vor dem Bruch.
Die Kerbschlagarbeit des 18NiCrMo5, an Charpy-Proben mit U-Kerbe (KCU) gemessen, beträgt je nach Querschnitt in der Regel 30-35 J. Diese Werte zeigen, wie viel Stoßenergie der Werkstoff ohne Sprödbruch aufnimmt - entscheidend für Bauteile unter harter dynamischer Beanspruchung wie Zahnräder und Antriebswellen.
3.5Schwingfestigkeit und dynamisches Verhalten des 18NiCrMo5
Das Schwingverhalten des 18NiCrMo5 ist für den Automobilbau und den industriellen Maschinenbau einer der wichtigsten Punkte. Die nach ISO 1143 bestimmte Schwingfestigkeit bei hoher Lastwechselzahl ergibt Dauerfestigkeiten, die um 300-400 % über denen des nicht wärmebehandelten Werkstoffs liegen.
Das martensitische Gefüge der einsatzgehärteten Oberfläche und die Zähigkeit des ferritisch-perlitischen Kerns machen das Bauteil sehr widerstandsfähig gegen das Fortschreiten von Ermüdungsrissen. Die beim Einsatzhärten entstehenden Druckeigenspannungen erhöhen die Lebensdauer unter Schwingbeanspruchung zusätzlich, was bei schnell drehenden Bauteilen besonders zählt, weil dort die zyklische Beanspruchung die wahrscheinlichste Versagensart ist.
04Physikalische Eigenschaften des Stahls 18NiCrMo5: thermische und strukturelle Kennwerte
Die physikalischen Eigenschaften des 18NiCrMo5 sind grundlegende Größen für Konstruktion und Festigkeitsberechnung von Bauteilen, weil sie das Verhalten des Werkstoffs in der Fertigung und im Betrieb unmittelbar bestimmen. Mit diesen technischen Daten lassen sich die Leistungen des Stahls in den verschiedenen Anwendungen des 18NiCrMo5 ausschöpfen und die Bearbeitungsparameter richtig festlegen.
Die Dichte des 18NiCrMo5 ist mit 7,85 g/cm³ genormt, ein für legierte Stähle typischer Wert, der die Legierungselemente Nickel, Chrom und Molybdän in der ferritischen Matrix widerspiegelt; gebraucht wird er für das Gewicht der Bauteile und für die Ermittlung der Beanspruchungen in der Konstruktionsphase. Der Elastizitätsmodul beträgt 210 GPa, der Schubmodul 81 GPa. Diese elastischen Kennwerte sind für die Auslegung statisch und dynamisch belasteter Bauteile maßgebend, weil sich mit ihnen die elastischen Verformungen richtig vorhersagen lassen.
Die thermischen Eigenschaften des 18NiCrMo5 haben Besonderheiten, die die Bearbeitung und die Wärmebehandlungen beeinflussen. Die Schmelztemperatur liegt für den Solidus zwischen 1430 °C und 1480 °C, wobei ein genauer Wert eine DTA-Untersuchung an der jeweiligen Charge verlangt. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt bei 20 °C etwa 40-42 W/(m·K) und nimmt mit steigender Temperatur ab.
| Eigenschaft | Wert | Einheit | Bezugsnorm |
|---|---|---|---|
| Dichte | 7,85 | g/cm³ | EN 1993-1-1 |
| Elastizitätsmodul | 210 | GPa | EN 1993-1-1 |
| Schubmodul | 81 | GPa | EN 1993-1-1 |
| Schmelztemperatur | 1430-1480 | °C | |
| Wärmeleitfähigkeit | 40-42 | W/(m·K) | |
| Spezifischer elektrischer Widerstand | ~0,16 | Ωmm²/m | - |
Der Wärmeausdehnungskoeffizient des 18NiCrMo5 ist mit 11,5-12,0 × 10⁻⁶/K angegeben, ein mit den meisten Eisenlegierungen verträglicher Wert, der bei der Auslegung von Passungen und bei der Festlegung der Maßtoleranzen für thermisch wechselbeanspruchte Bauteile zu berücksichtigen ist. Der spezifische elektrische Widerstand von ~0,16 Ωmm²/m entspricht dem legierter Kohlenstoffstähle und ist dort maßgebend, wo bei der Wärmebehandlung induktiv erwärmt wird.
05Wärmebehandlungen des Stahls 18NiCrMo5: Verfahren des Einsatzhärtens und optimale Parameter
Die Wärmebehandlungen des 18NiCrMo5 sind der Schritt, der diesem Einsatzstahl die Kennwerte gibt, die die anspruchsvollsten industriellen Anwendungen verlangen. Einsatzhärten, Härten und Anlassen ergeben zusammen den typischen Aufbau aus gehärteter Oberfläche und zähem Kern und stimmen die Verschleißfestigkeit der Randschicht und die Zähigkeit des Bauteils aufeinander ab.
5.1Einsatzhärten des 18NiCrMo5: Parameter und Verfahren
Das Einsatzhärten des 18NiCrMo5 ist die thermochemische Behandlung, die dem Werkstoff die von den anspruchsvollsten industriellen Anwendungen geforderten Kennwerte gibt. Die Randschicht wird durch geregelte Diffusion mit Kohlenstoff angereichert; ihr chemischer und metallurgischer Aufbau wird dabei so eingestellt, dass Verschleißfestigkeit und Lebensdauer möglichst hoch ausfallen.
Die Aufkohltemperatur des 18NiCrMo5 wird je nach Bauteilspezifikation und geforderter Einsatzhärtungstiefe im Bereich 880-950 °C gewählt. Für gängige Anwendungen im Automobilbau liegt das Optimum bei 920-930 °C, weil die Kohlenstoffdiffusion dann schnell genug für industrielle Fertigungstakte ist. Niedrigere Temperaturen (880-900 °C) dienen Präzisionsbauteilen, bei denen der Verzug streng zu begrenzen ist, höhere Werte (940-950 °C) beschleunigen den Prozess bei großen Querschnitten.
Die Atmosphärenregelung beim Einsatzhärten des 18NiCrMo5 arbeitet in der Serie überwiegend mit Gemischen aus endothermem Gas und Methan (CH₄), bei einem Kohlenstoffpotential von 0,9-1,1 %, damit sich an der Oberfläche keine schädlichen Carbide bilden. Das Salzbadaufkohlen läuft bei vergleichbaren Temperaturen mit Gemischen aus Cyaniden und Carbonaten, das Pulveraufkohlen mit kohlenstoffhaltigen Mischungen, die mit 10-20 % BaCO₃ aktiviert sind.
Die Aufkohldauer des 18NiCrMo5 richtet sich nach der geforderten Tiefe und folgt dem parabolischen Diffusionsgesetz. Für 0,8 mm sind bei 920 °C 4-6 Stunden nötig, für 1,5-2,0 mm 8-12 Stunden. Der Zyklus umfasst geregeltes Aufheizen (50-100 °C/Stunde), isothermes Halten und langsames Abkühlen bis auf Härtetemperatur.
5.2Härten des 18NiCrMo5: Temperaturen und Abschreckmittel
Das Härten des 18NiCrMo5 ist der entscheidende Schritt, in dem sich das austenitische Gefüge in Martensit umwandelt und der Werkstoff seine endgültigen mechanischen Eigenschaften erhält. Temperaturen und Abschreckmittel sind dabei genau zu führen, damit Härte und Zähigkeit im Gleichgewicht bleiben und die fertigen Bauteile nicht übermäßig verziehen.
Die Härtetemperaturen des 18NiCrMo5 werden für Kern und aufgekohlte Randschicht getrennt gewählt, um beide Umwandlungen richtig zu führen. Das Kernhärten erfolgt bei 840-870 °C mit Abschrecken in Öl, Polymer oder Salzbad und nutzt die für die Legierung kennzeichnenden kritischen Temperaturen Ac₁ (730 °C) und Ac₃ (815 °C). Für die aufgekohlte Randschicht sind mit 800-830 °C niedrigere Temperaturen erforderlich, damit die kohlenstoffreiche Schicht möglichst vollständig martensitisch umwandelt.
Zu den Abschreckmitteln für den 18NiCrMo5 gehören Mineralöle mit hoher Abkühlgeschwindigkeit für dünne Querschnitte, Polymerlösungen für komplexe Geometrien mit engen Anforderungen an den Verzug und Salzbäder für große Querschnitte. Die Wahl des Abschreckmittels bestimmt die Eigenspannungen und die Gefahr von Härterissen wesentlich mit - beides entscheidend für die Endqualität des Bauteils.
5.3Anlassen des 18NiCrMo5: Härte und Zähigkeit im Gleichgewicht
Das Anlassen des 18NiCrMo5 stabilisiert das beim Härten entstandene martensitische Gefüge und stimmt Härte und Zähigkeit über geregelte Umwandlungen des Martensits in beständigere Gefüge aufeinander ab. Diese Behandlung baut die inneren Spannungen ab und gibt dem Werkstoff die Kerbschlagzähigkeit, die dynamisch beanspruchte Bauteile verlangen.
Die Anlasstemperaturen des 18NiCrMo5 liegen bei 150-180 °C, wenn die hohe Randhärte (58-62 HRC) erhalten bleiben und die Kernzähigkeit zunehmen soll. Höhere Temperaturen (200-250 °C) senken die Härte, steigern aber die Kerbschlagzähigkeit deutlich - die günstigere Einstellung für stoßbeanspruchte Bauteile. Die Haltedauer beträgt 2-4 Stunden, damit der Querschnitt vollständig durchwärmt.
5.4Qualitätssicherung der Wärmebehandlung von 18NiCrMo5
Die Qualitätssicherung der Wärmebehandlung von 18NiCrMo5 prüft Prozessparameter und Endeigenschaften des Bauteils systematisch, damit die Konstruktionsvorgaben eingehalten sind. Geprüft wird mit Härtemessungen, metallografischen Untersuchungen und mechanischen Prüfungen an repräsentativen Proben jeder Behandlungscharge.
Die Härteprüfung am 18NiCrMo5 nach der Behandlung erfolgt als Mikrohärteprüfung nach Vickers gemäß ISO 6507 an einem metallografischen Querschliff. Aufgenommen wird der Härteverlauf in Schritten von 0,1 mm über die ersten 2,0 mm Tiefe, mit besonderem Augenmerk auf den Übergang von der Randschicht zum Kern. Die Einsatzhärtungstiefe wird nach ISO 18203:2016 (früher ISO 2639) als Abstand von der Oberfläche bis zum Punkt mit 550 HV gemessen.
5.5Häufige Fehler bei der Wärmebehandlung von 18NiCrMo5 und ihre Abhilfe
Zu den häufigen Fehlern bei der Wärmebehandlung von 18NiCrMo5 zählen Verzug, Härterisse, Randoxidation und eine ungleichmäßige Einsatzschicht. Wer sie früh erkennt und gezielt abstellt, hält die Fertigungsqualität und senkt den Ausschuss.
Der Verzug beim Wärmebehandeln von 18NiCrMo5 lässt sich durch geeignete Chargierung beim Einsatzhärten, durch geführte Aufheiz- und Abkühlgeschwindigkeiten und durch abgestimmte Härtefolgen klein halten. Das isotherme Abschrecken im Salzbad senkt die Eigenspannungen und hält dabei die mechanischen Eigenschaften, die die meisten industriellen Anwendungen verlangen.
06Industrielle Anwendungen des Stahls 18NiCrMo5: Branchen und strategische Einsatzfelder
Die Anwendungen des 18NiCrMo5 reichen über die anspruchsvollsten Industriezweige, in denen die Verbindung von harter Randschicht und zähem Kern eine Grundforderung an hoch beanspruchte Bauteile ist. Dieser Einsatzstahl wird bevorzugt dort verwendet, wo Verschleißfestigkeit, hohe Festigkeit und dauerhafte Betriebssicherheit gefordert sind.
6.118NiCrMo5 im Automobilbau
Die Anwendungen des 18NiCrMo5 im Automobilbau sind das wichtigste Marktsegment dieses Einsatzstahls, weil dort die Verbindung von verschleißfester Randschicht und Kernzähigkeit über Bauteile unter harter dynamischer Beanspruchung entscheidet. Die Automobilindustrie braucht Werkstoffe, die über hohe Laufleistungen zuverlässig bleiben, den Instandhaltungsaufwand senken und die Energieeffizienz des Fahrzeugs verbessern.
Nockenwellen aus 18NiCrMo5 sind die häufigste Anwendung; ihre durch Einsatzhärten erreichte Randhärte von 58-62 HRC hält dem Verschleiß im Kontakt mit Stößeln und Kipphebeln stand. Die komplexe Geometrie der Nocken verlangt eine strenge Begrenzung des Verzugs bei der Wärmebehandlung, erreicht über Aufkohlen bei 920 °C für 6-8 Stunden mit anschließendem differenziertem Härten. Der Kern behält mit 30-35 HRC eine hohe Zähigkeit und nimmt die Stöße beim Öffnen und Schließen der Ventile auf, während die einsatzgehärtete Oberfläche eine Lebensdauer von 200.000+ km Laufleistung sichert.
Zu den Antriebsbauteilen aus 18NiCrMo5 gehören Differentialräder, Achswellen, Ausgleichskegelräder und Ritzel, bei denen die Schwingfestigkeit im Wälzkontakt das entscheidende Auslegungskriterium ist. Die Schwingfestigkeit des 18NiCrMo5 liegt nach dem Einsatzhärten um 300-400 % über der des Grundwerkstoffs, was Gewicht und Baumaß senkt, ohne die Tragfähigkeit zu verringern.
6.218NiCrMo5 im Werkzeugmaschinenbau
Der Werkzeugmaschinenbau setzt 18NiCrMo5 für Bauteile ein, die im Dauerbetrieb hohe Maßgenauigkeit und Verschleißfestigkeit verlangen. Spindeln, Hauptwellen, Zahnräder von Getrieben und Bauteile von Schaltgetrieben nutzen die Eigenschaften aus dem geregelten Einsatzhärten, um Bearbeitungsgenauigkeit und lange Lebensdauer zu sichern.
Linearführungen und Gleitbauteile für CNC-Maschinen profitieren von der hohen Randhärte bei zähem Kern, ohne die sich Genauigkeiten im Mikrometerbereich über lange Bearbeitungszyklen nicht halten lassen. Weil der 18NiCrMo5 nach der Wärmebehandlung maßstabil bleibt, werden die für hochgenaue Anwendungen geforderten Toleranzen eingehalten.
6.318NiCrMo5 in Hydraulik und Pneumatik
Die Hydraulik- und Pneumatikindustrie setzt 18NiCrMo5 in großem Umfang für Hydraulikzylinder, Kolben, Ventile und andere Bauteile unter hohem Druck ein. Die Verbindung von verschleißfester Randschicht und zähem Kern hält den zyklischen Beanspruchungen industrieller Hydraulikanlagen stand, insbesondere in Baumaschinen und in Prozessanlagen.
Hydraulikzylinder aus 18NiCrMo5 arbeiten in der Regel bei 200-350 bar und im Dauerhub, was Verschleißfestigkeit und Maßhaltigkeit verlangt. Die einsatzgehärtete Oberfläche (58-62 HRC) hält dem Abrieb der Dichtungen stand und behält die für die hydraulische Dichtheit nötige Oberflächengüte, während der zähe Kern die tragenden Lasten ohne bleibende Verformung aufnimmt.
6.418NiCrMo5 für hoch belastete Antriebe und Zahnräder
18NiCrMo5 ist ein gängiger Einsatzstahl für hoch belastete Antriebselemente: Zahnräder und Ritzel jedes Moduls, Keilwellen und Nockenwellen, Achswellen, Buchsen und Bolzen. Nach Einsatzhärten und Abschrecken erreicht die Randschicht hohe Härten über einem Kern, der zäh bleibt, und die mittlere bis hohe Härtbarkeit belegen die Jominy-Streubänder +H der EN ISO 683-3:2022. Typische Einsatzfelder sind Automobilbau und Nutzfahrzeuge, Getriebe und Getriebemotoren, Land- und Baumaschinen bis hin zu den großen Zahnrädern von Windenergieanlagen.
Jede Lieferung wird von der Werksbescheinigung EN 10204 2.1 begleitet und auf Anfrage vom Abnahmeprüfzeugnis 3.1 mit Rückverfolgbarkeit der Schmelze und chemischer Analyse der Charge - die Unterlagen, die Spezifikationen verlangen, sobald das Bauteil in eine qualifizierte Lieferkette eingeht. Bei Bauteilen, deren Versagen die Betriebssicherheit gefährdet, ist die Validierung in jedem Fall am realen Bauteil durchzuführen.
6.5Leistungsvergleich mit anderen Einsatzstählen
Der Vergleich des 18NiCrMo5 mit anderen Einsatzstählen zeigt die Vorteile, die seine Wahl für kritische Anwendungen begründen. Gegenüber 16MnCr5 bietet der 18NiCrMo5 eine um 40-60 % höhere Härtbarkeit und Widerstand gegen Anlassversprödung - beides wesentlich bei großen Querschnitten und komplexen Geometrien.
| Stahl | Härtbarkeit | Leistung gegenüber Basis (%) | Kernhärte | Typische Anwendungen |
|---|---|---|---|---|
| 18NiCrMo5 | Ausgezeichnet | 300-400 % gegenüber Basis | 30-40 HRC | Automobilbau, hoch belastete Antriebe |
| 16MnCr5 | Gut | 200-250 % gegenüber Basis | 25-35 HRC | Allgemeiner Maschinenbau |
| 20MnCr5 | Gut | 150-200 % gegenüber Basis | 28-38 HRC | Zahnräder, Wellen |
Der Molybdängehalt des 18NiCrMo5 macht ihn beim Einsatzhärten widerstandsfähiger gegen das Wachstum des Austenitkorns, sodass sich feinere Gefüge und höhere mechanische Kennwerte erreichen lassen als bei einfacheren Einsatzstählen. Das zahlt sich besonders dort aus, wo lange Aufkohldauern oder hohe Temperaturen gefahren werden.
07Häufige Fragen zum Stahl 18NiCrMo5: technische Antworten für Fachleute
Die häufigen Fragen zum 18NiCrMo5 spiegeln, was Konstrukteure, Ingenieure und Techniker der Stahlbranche in der Praxis brauchen. Dieses Kapitel sammelt die wiederkehrenden Fragen zu den Eigenschaften des 18NiCrMo5 und beantwortet sie technisch genau anhand von Normen und amtlichen Vorgaben, damit dieser Einsatzstahl richtig ausgewählt und eingesetzt wird.
Was ist Stahl 18NiCrMo5 und was sind seine wichtigsten Eigenschaften?
Der 18NiCrMo5 ist ein mit Nickel, Chrom und Molybdän legierter Einsatzstahl und wird als Stahl für das Oberflächenhärten eingeordnet. Die Bezeichnung gibt die chemische Zusammensetzung des 18NiCrMo5 wieder: „18“ steht für den Kohlenstoffanteil (0,18 %), „Ni“, „Cr“ und „Mo“ für Nickel (1,20-1,50 %), Chrom (0,70-1,00 % nach der historischen Norm UNI 7846:1978 und 0,80-1,10 % beim 17NiCrMo6-4, EN ISO 683-3:2022 (früher EN 10084)) und Molybdän (0,15-0,25 %). Geschätzt wird dieser Stahl vor allem, weil er sich einsatzhärten lässt: Die Wärmebehandlung steigert die Randhärte erheblich und lässt einen zäheren, duktileren Kern zurück.
7.1Wofür wird 18NiCrMo5 in der Industrie hauptsächlich eingesetzt?
Die Anwendungen des 18NiCrMo5 verteilen sich über Industriezweige, in denen Randhärte und Festigkeit ausschlaggebend sind. Verwendet wird er in großem Umfang für Zahnräder, Kurbelwellen, Antriebsbauteile und Teile unter hoher mechanischer Last oder wiederholter Beanspruchung. Weil er verschleißfest ist und die hohe Randhärte hält, ist er auch für Wälzlager, Buchsen und Nocken erste Wahl sowie für den Bau von Industriemaschinen, Landmaschinen und Werkzeugmaschinen. Die durch Einsatzhärten erreichten Eigenschaften des 18NiCrMo5 passen überall dort, wo eine harte, verschleißfeste Oberfläche mit einem zähen Kern zusammenkommen muss.
7.2Wie steht 18NiCrMo5 im Vergleich zu anderen legierten Stählen?
Gegenüber anderen Stahllegierungen fällt der 18NiCrMo5 durch sein ausgezeichnetes Ansprechen auf die Wärmebehandlungen des 18NiCrMo5 auf, vor allem auf das Einsatzhärten, das eine äußerst harte, verschleißfeste Oberfläche bei guter Kernzähigkeit ergibt. Anders als unlegierte Kohlenstoffstähle bietet der 18NiCrMo5 eine höhere Festigkeit und nimmt dynamische Lasten und Stöße besser auf. Die gute Zerspanbarkeit im geglühten Zustand erlaubt es, die Bauteile vor dem Einsatzhärten auf der Werkzeugmaschine fertig zu bearbeiten. Gegenüber nichtrostenden Stählen ist die Korrosionsbeständigkeit des 18NiCrMo5 allerdings begrenzt, sodass in aggressiver Umgebung Schutzschichten nötig werden können, um die Lebensdauer zu verlängern.
| Eigenschaft | Wert | Bezugsnorm |
|---|---|---|
| Oberflächenhärte nach dem Einsatzhärten | 58-62 HRC | ISO 6336-5:2016, Tab. 5 (58-64 HRC, Qualität MQ/ME) |
| Typische Zugfestigkeit | 800-1100 MPa | EN ISO 683-3:2022 (früher EN 10084) |
| Gleichwertige europäische Bezeichnung | 17NiCrMo6-4 (1.6566) | EN ISO 683-3:2022 (früher EN 10084) |
| Aufkohltemperatur | 880-930 °C |
7.3Was sind die wichtigsten mechanischen Eigenschaften des 18NiCrMo5?
Die mechanischen Eigenschaften des 18NiCrMo5 sind ausgewogen und machen ihn zur ersten Wahl für hoch beanspruchte Bauteile: Die Zugfestigkeit liegt je nach Wärmebehandlung in der Regel zwischen 800 und 1100 MPa. Die Streckgrenze liegt üblicherweise zwischen 500 und 700 MPa und lässt elastische Lasten aufnehmen, bevor sich das Bauteil dauerhaft verformt. Nach dem Einsatzhärten erreicht die Oberflächenhärte 58 bis 62 HRC und damit eine ausgezeichnete Verschleißfestigkeit. Der zähe Kern und die harte Oberfläche zusammen lassen den Werkstoff wiederholte Lastwechsel ohne Bruch überstehen.
7.4Worin unterscheidet sich 18NiCrMo5 von den gleichwertigen Bezeichnungen?
Der 18NiCrMo5 nach UNI 7846:1978 (historische Norm) entspricht dem heutigen 17NiCrMo6-4 (EN 1.6566) nach EN ISO 683-3:2022 (früher EN 10084:2008), mit geringen Abweichungen in der Zusammensetzung. Eine aktuelle AISI/SAE-Bezeichnung gleicher Zusammensetzung gibt es nicht; die britische BS-Bezeichnung ist 815M17. Auf Anfrage ist diese Sorte mit Zusätzen von Blei (Pb) 0,15-0,35 % oder Schwefel (S) 0,020-0,035 % zur Verbesserung der Zerspanbarkeit lieferbar. Die Unterschiede betreffen vor allem geringfügig andere Toleranzen bei den Legierungsgehalten und die nationalen Normvorgaben; die mechanischen Kennwerte bleiben über die Bezeichnungen hinweg weitgehend gleichwertig.
08Das Lieferprogramm von Siderticino für Stahl 18NiCrMo5: Lösungen für einsatzgehärtete Bauteile
Für die in den vorangehenden Kapiteln beschriebenen Anwendungen im Automobilbau, im schweren Maschinenbau und in der Industrie liefert Siderticino Stahl 18NiCrMo5 in bescheinigter Qualität nach UNI 7846:1978 und EN ISO 683-3:2022 (früher EN 10084) (Sorte 17NiCrMo6-4, Werkstoffnummer 1.6566). Wie bei den übrigen Einsatzstählen des Lieferprogramms sind die vollständige Rückverfolgbarkeit des Materials und die Einhaltung der Qualitätsvorgaben gesichert, die kritische 18NiCrMo5-Anwendungen verlangen, in denen Zuverlässigkeit nicht verhandelbar ist.
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